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- Veröffentlicht: Freitag, 24. April 2026 11:29
- Geschrieben von Ralf
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Ich bin kein Picasso
Die Ausstellung - Ich bin kein Picasso - präsentiert sich als eine ehrliche und zugleich tief aufschlussreiche Aussage: Hier geht es nicht darum, ein anerkanntes Genie zu imitieren, sondern darum, eine eigene künstlerische Stimme im Entstehen zu entdecken. Diese Ausstellung vereint Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der siebten bis zur zehnten Klasse und erreicht etwas Seltenes: Sie macht die künstlerische Entwicklung als einen lebendigen, unvollkommenen und zugleich reichen Prozess voller Entdeckungen sichtbar. Bereits in den ersten Werken lassen sich Landschafts- und Porträtstudien erkennen, die weit mehr sind als bloße akademische Übungen. Sie zeugen von einem aufmerksamen Blick für Umwelt und Identität. Besonders die Arbeiten der achten Klasse brechen bewusst mit den traditionellen Vorstellungen des Porträts: Die Schülerinnen und Schüler wenden sich dem Kubismus zu und experimentieren mit fragmentierten Darstellungen des Gesichts, ganz im Geiste jener künstlerischen Revolution, die einst neue Sehweisen eröffnete. Dabei werden nicht nur Formen aufgelöst und neu zusammengesetzt, sondern auch Wahrnehmungen hinterfragt. Die Fragmentierung betrifft hier nicht allein das Gesicht, sondern ebenso die Idee von Identität selbst; sie wird zerlegt, verschoben und neu gedacht.
So entstehen Bilder, die nicht nur zeigen, wie jemand aussieht, sondern wie vielfältig und vielschichtig ein Mensch gesehen werden kann. In der Farbgestaltung, insbesondere in den Aquarellarbeiten, wird eine bewusste Auseinandersetzung mit Primär-, Sekundär- und Komplementärfarben deutlich. Es zeigt sich Mut in den Farbkombinationen, aber auch eine zunehmende technische Disziplin: Farbe wird nicht dem Zufall überlassen, sondern entwickelt sich zu einer eigenen Bildsprache. In einigen Arbeiten treten die für Aquarell typischen Transparenzen in einen spannungsvollen Dialog mit dichteren Farbschichten, was die Komposition zusätzlich bereichert. Ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung ist das Projekt der neunten Klasse: die Gestaltung von Karnevalswagen. Diese Werke, gefertigt aus Karton, Holz, Farbe und dekorativen Elementen wie Blumen, zeigen eine bemerkenswerte Verbindung von Kreativität und handwerklichem Können. Über das lebendige, farbenfrohe Erscheinungsbild hinaus wird ein starkes Engagement im Arbeitsprozess sichtbar: Sorgfalt im Detail, Sauberkeit in der Ausführung und die Fähigkeit, einfache Materialien in ausdrucksstarke Formen zu verwandeln. Die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse präsentieren hingegen ein zeitgenössisches und konzeptionell interessantes Projekt: das Design von Tattoos. Jede Arbeit ist für verschiedene Körperstellen, Gesicht, Rücken oder Beine gedacht und zeigt ein Verständnis des Körpers als künstlerische Fläche. Hier erhält die Zeichnung eine intime und symbolische Dimension; die gewählten Motive erzählen von Identität, Zugehörigkeit und persönlichen Geschichten. Besonders bemerkenswert ist die Art und Weise, wie die Formen an die jeweilige Körperstelle angepasst werden und die Anatomie in den Gestaltungsprozess einbezogen wird. Insgesamt ist Ich bin kein Picasso nicht nur eine Ausstellung von Ergebnissen, sondern ein Zeugnis des Lernens als Prozess. Über die verschiedenen Jahrgangsstufen hinweg wird eine klare Entwicklung sichtbar: von ersten, tastenden Versuchen hin zu komplexeren und konzeptionell durchdachten Arbeiten. Die Technik verbessert sich, doch noch bedeutender ist das wachsende kreative Selbstvertrauen. Jedes Werk scheint zu sagen: „Das ist, was ich sehe. Das ist, was ich kann. Und das ist, wohin ich mich entwickeln möchte.“ Diese Ausstellung leistet etwas Wesentliches: Sie würdigt den Unterricht als einen legitimen Raum künstlerischer Praxis. Hier geht es nicht um sofortige Genialität, sondern um Respekt vor dem Prozess, vor Neugier, Experimentierfreude und Engagement. Vielleicht liegt genau darin ihre größte Stärke: Sie erinnert uns daran, dass Kunst nicht mit einem Picasso beginnt, sondern mit jemandem, der den Mut hat, zum ersten Mal eine Linie zu ziehen.
Chavez Ruiz
Kunst- und Musiklehrerin












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