Artikel aus der Märkischen Allgemeinen vom 08.03.2011

 

AUSSTELLUNG: Wege in die Selbstständigkeit

Frauenwoche in Zehdenick mit einer Porträtreihe eröffnet

ZEHDENICK - Die selbstständige Frau steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Frauenwoche in Zehdenick. Schüler der Exin-Oberschule haben eigens für diesen Anlass eine Porträtreihe angefertigt. In ihr werden neun Frauen vorgestellt, die den Weg in die Selbstständigkeit gesucht und gefunden haben. Frauen aus der Region, die eine Nische für sich entdeckten, in der sie selbstbestimmt ihr Leben gestalten können.

„Wir haben die Interviews kurz gehalten, weil sich nicht jeder durch lange Texte kämpfen möchte“, sagte gestern Petra Siegel. Die Lehrerin betreut die Schülerfirma, die das Projekt in Angriff genommen hat. Für die Jungen und Mädchen war die Aufgabe auch deshalb sehr sinnvoll, weil sie nun etwas Besonderes vorweisen können. Die Schülerfirma wird vor allem auch vom Land mit Geld von der Europäischen Union gefördert. In den nächsten Tagen bekommt die Schülerfirma Besuch von der brandenburgischen Landesregierung. Dabei wird auch geprüft werden, welche Leistung das Schülerunternehmen erbringt, das seit einigen Jahren im Mehrgenerationenhaus angesiedelt ist.

Karin Claus ist froh über die Zusammenarbeit. Gemeinsam mit den Schülern sei der Schwerpunkt der Ausstellung auf Arbeit und Selbstständigkeit gelegt worden. Herausgekommen ist der Anfang einer Serie, in der Frauen und ihre Stellung in der Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Vorgestellt werden Monika Neubauer, die mit ihrem Mann Jacques das Restaurant „Goldene Gans“ in Boltenhof führt. Es geht um Susann Wähnert, die den Apfelhof in Hoppenrade betreibt oder Doreen Riesenberg mit ihrem Reisebüro und Café in Fürstenberg. Neun Frauen haben auf die gleichen Fragen der Schüler kurz und prägnant geantwortet. Es ging um die Dauer ihrer Selbstständigkeit, die Gründe, um Familie, Ziele, das Vorher und Nachher sowie Verdienst und Arbeitszeit. Wer sich die Porträts ansieht, bekommt schnell einen Überblick.

Die Schülerfirma wird das Projekt in den kommenden Jahren weiterführen. Die Porträts sollen am Ende im Archiv der Havelstadt aufbewahrt werden. Noch sei die tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau nicht erreicht, sagte Karin Claus. In 100 Jahren könne dann mal zurückgeblickt und verglichen werden, wie sich die Emanzipation der Frauen entwickelt hat. (Von Andreas Röhl)